Effelder

Die Flur der Gemeinde Effelder


Aufteilung

Nach der Überlieferung erfolgte die Aufteilung unserer Feldflur in Hufe oder Hube. Die Hufe, ein altes deutsches Flächenmaß, mit regional unterschiedlicher Größe, war der bäuerliche Grundbesitzanteil der Dorfflur. Ausgehend von dem Längenmaß „Fuß“ ergibt sich für eine Hufe folgende Berechnung:

1 Fuß preuß = 0,3138 m
1 Rute = 3,7662 m
1 Quadratrute = 14,1843 m²
1 Acker = 180 Quadratruten = 2553,16 m²
1 Hufe = 30 Acker = 76595,22 m²

Auffallend ist, dass ein flächenmäßig großer Teil unserer Flur in Gerten eingeteilt und danach benannt wurde.

1. Die Zwei Gerten
2. Die Drei Gerten
3. Die Vier Gerten
4. Die Alten Fünf Gerten
5. Die Neuen Fünf Gerten
6. Die Sechs Gerten
7. Die Kurzen Vier Gerten
8. Die Sieben Gerten
9. Die Zehn Gerten

Durch Aufteilen beim Vererben, bei Verkäufen oder Vermächtnissen wurden die ursprünglichen Grundstücke in der Breite, ja sogar in der Länge verkleinert und verstümmelt. Das Längenmaß Gerte muss dem Rutenmaß entsprochen haben. Sämtliche Grenzsteine in der Flur die hierrüber hätten Aufschluss geben können, sind durch das Umlegeverfahren 1937 bis 1946 beseitigt worden.

Katasterbezeichnungen

Die gerichtlichen Eintragungen in das Grundbuch und in die Katasterbezeichnungen:
Kartenblatt Nr. :…., Parzelle Nr:…., und amtliche Flurnamenbezeichnung. Z. B. Kartenblatt Nr. 4; Parzelle Nr. 1104; Plan 1109; in der Alten Fünf Gerten.
Nach dem Umlegverfahren war die Flur neu aufgeteilt. Die Katasterbezeichnung war dann:
Flur Nr.:…., Flurstück:…., Flurname:…. .
Die alten Flurnamen wurden überwiegend beibehalten.
Von dem Umlegeverfahren ausgeschlossen waren die privaten Gerechtigkeiten, der Gemeindewald und die zu der Zeit zur Gemarkung Effelder gehörenden Besitzungen des Klostergutes Zella mit Annaberg.

Flurnamen

Die Mehrzahl aller Flurnamen entsprechen der Breite der ehemaligen Grundstücke, ihrer Lage, ihrer Form und Größe, den ehemaligen Besitzverhältnissen, den regionalen geschichtlichen Ereignissen, den Vorgängen bei der Urbarmachung und Nutzung.
Mit freundlicher Erlaubnis v. Dr. E. Müller aus Heiligenstadt wurden einige Namensdeutungen aus seinem Flurnamenbuch des Kreises Heiligenstadt entnommen. Nicht erklärte Flurnamen erklären sich von selbst. Ein Teil aber ist ohne Urkunden und früherer Lokalkenntnis nicht mehr erklärbar. An Dokumenten und Urkunden wurden verbrannt:

Im Bauernkrieg 1525 - Im Hof von Kloster Zella
Im Dreißigjährigen Krieg 1630 - in den Gebäuden v. Kloster Zella
Im Zellchen Hof in Mühlhausen 1649
Im Hof von Kloster Zella 1848

Amtliche und nichtamtliche Flurnamen unserer Gemarkung gehören zum Wortschatz unserer Gemeinde. Einiges ist durch die Großraumwirtschaft der LPG in Vergessenheit geraten. Die Flur ist in große Schläge eingeteilt und nummeriert worden. Das Ansprechen zur Bearbeitung dieser Schläge erfolgt nach den Nummern. Im nachfolgenden Beitrag wurde versucht, unsere alten Flurnamen in Effelder Mundart zu schreiben und in alphabethischer Reihenfolge zusammenzustellen. Die Anwendung und Pflege dieser Namen dient gleichzeitig der Erhaltung und Pflege des mundartlichen Wortschatzes unseres Dorfes.

Die Flurnamen der Gemarkung Effelder



(Fortsetzung folgt)
(aus den Aufzeichnungen von Heinrich Huschenbeth)



Altes und Neues Brauchtum

aus „Die Geschichte des Eichsfelddorfes Effelder“ von Ewald Kühler

Palmsonntag

Der letzte Sonntag vor Ostern leitet der kirchlichen Tradition folgend die Karwoche ein. Mit Prozessionen und der „Palmweihe“ wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Mangels echter Palmen werden die möglichst in Blüte stehenden Zweige der einheimischen Salweide genommen, um sie in der Kirche segnen zu lassen. nach der Messe bringen die Kinder einzelne Zweige zu ihren Verwanden, Bekannten und Nachbarn. Für die segensbringenden „Palmen“ gibt heute es Süßigkeiten oder ein kleines Geldstück, welche von den Überbringern immer gern angenommen werden. Früher bekamen die Kinder meistens Eier, uns so sammelten viele Kinder die Eier, die für das Backen der Kuchen zur Ersten Heiligen Kommunion am Weißen Sonntag benötigt wurden.
Dabei sagen sie beim Überbringen der Palmen noch heute den Spruch auf: „Ich bringe den Segen Gottes ins Haus.“

Klappern ersetzt das Leuten

Nach der katholischen Liturgie verstummen während der Leidenszeit und der Grabesruhe Jesu die Orgel und die Kirchenglocken.
Für die Messdiener eine ruhelose Zeit. In kleinen Gruppen ziehen sie mit ihren Klappern durch das Dorf und laden so zu den gemeinsamen Gottesdiensten ein. Und welcher Junge hat während seiner Schulzeit nicht gern an diesem Brauch teilgenommen?
Die kleinen Holzinstrumente, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden – müssen geschickt gehandhabt werden. Dabei gilt es, einen bestimmten Schlagrhythmus einzuhalten. Der kleine Klöppel des hölzernen Schlaginstrumentes soll anfangs zweimal länger und dann dreimal kürzer das Schlagbrett berühren. Bei dieser sich wiederholenden Schlagfolge ist oft ein Gleichschritt der Beteiligten zu beobachten.
„Klappmacher“ waren früher die Stellmacher des Dorfes, aber auch die Tischler beherrschten selbstverständlich die Anfertigung einer ordentlichen Klapper. Für den Benutzer ist es besonders wichtig, dass der Klöppel ungehindert schwingen kann und das Brett sicher am stabilen Holzgriff befestigt ist.
In Effelder, wie in anderen Eichsfeldorten, ist das „Klappern“ ein althergebrachter Osterbrauch. Die Klappergänge galten bisher als Domäne der Jungen. Es können sich aber auch zwanglos Mädchen dem Klapperzug zwanglos anschließen. Übrigens endet jeder Klappergang mit einem gemeinsamen Rundgang aller Gruppen um das Kirchengebäude.
Im Volksglauben ist verwurzelt, dass die Glocken am Gründonnerstag nach Rom reisen und erst in der Osternacht zurückkehren. So bleibt zu hoffen, dass als Ersatz der schnittige Klapperklang als vorösterlicher Glockendienst noch lange erhalten bleibt.

Weißer Sonntag Am Weißen Sonntag, dem ersten Sonntag nach Ostern, gehen in unserer Gemeinde die Mädchen und Jungen der 3. Klasse zum Tisch des Herrn. im Religionsunterricht und im Kreise der Tischmütter haben sie sich auf den Empfang der Ersten Heiligen Kommunion vorbereitet.
Der Name Weißer Sonntag geht auf die altkirchliche Sitte zurück, dass alle in der Osternacht getauften an diesem Tage weiße Kleider anhatten. Als Datum für die feierliche Erstkommunion wird er erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es bischöfliche Anweisungen, die Erstkommunion am Weißen Sonntag zu feiern, was aus organisatorischen Gründen nicht in allen 71 Eichsfeldgemeinden möglich ist.
Zum Fest tragen Jungen einen schicken Anzug, die Mädchen weiße Kleider mit einem Kränzchen im Haar. Gemeinsam mit ihren Eltern, den Paten und dem Pfarrer gehen sie von der Pfarrei aus zum Festgottesdienst. Am Nachmittag treten die Mädchen und Jungen bei einer Dankandacht erneut vor den Altar. Geschmückte Hauseingänge, feierliche Stimmung und zahlreiche Geschenke von Verwandten und Bekannten werden die Erstkommunionkinder noch lange an dieses wichtige Fest erinnern.
1844 wurde eingeführt, dass jedes Kommunionkind von einem Lichtträger begleitet wurde. 100 Jahre später war es Sitte, dass auch noch ein Blumenstreukind in den Kreis des Kommunionkindes gehörte und dieses Fest zu einem ganz besonderen Ereignis im Leben eines jungen Christen werden ließ. Heute gibt es diese Tradition nicht mehr. (Ergänzungen von Vera Fischer)



Kommuinonkind mit Lichtträger, eingeführt 1844
Hubert Huschenbeth, Gregor Weber

Kommunion 1950
Jedes Kommunionkind hatte einen Lichtträger und ein Blumenkind
Elfriede Mock, Brigitte Knöß, Lisa Huke



Effelder

In Zeiten, als die Menschen noch keinen Fernseher oder Radio hatten, keinen Computer oder eine Playstation, ohne Handy auskommen mussten, war das gemeinsame Singen und Spielen umso wichtiger um den Altagssorgen entfliehen zu können und auch eine gemeinsame Unterhaltung zu haben. Auf diese Art und Weise wurde aber nicht nur das Publikum erfreut, sondern es wurde das Wissen um die Orte, die Sagen und Geschichten einer Region weitergegeben.

In Effelder gab es bis in die 1970-er Jahre eine Theatergruppe, zuletzt unter Agnes Drößler. Ich kann mich an die letzte, oder eine der letzten Aufführungen (1973 oder 1974) als ganz kleines Kind erinnern, es wurde das Märchen „Hänsel und Gretel“ auf dem Schenksaal gespielt.



Aus dem Jahr 1923 liegt folgender Bericht von Wilhelm Hagedorn vor:

Effelder als Ort der Schaffung und Erstaufführung eines heimischen Schauspiels

Es ist außerordentlich erfreulich, dass auch auf dem Eichsfelde die Liebe zur Heimat und die Sehnsucht nach der so umfangreichen Geschichte seiner Vergangenheit im werktätigen Volke wächst und im weitesten Maße gefördert wird durch Erforschungen, sowohl als auch durch allerhand Literatur.
Die Altertumsfreunde des Eichsfeldes sind schon lange Jahre tätig in Verbreitung der alten Geschichte des Eichsfeldes, jedoch kann diese nur den einzelnen Interessenten vermittelt werden. Umso erfreulicher ist es, dass man auch nun angefangen hat, die Geschichte und Sagen des Eichsfeldes in dramatischer Gestalt, der Kenntnis des Volkes zu übermitteln, und das gerade Effelder der Ort ist, wo das erste Heimatschauspiel „Der letzte Bischofsteiner“ bearbeitet, erschienen und auch zuerst aufgeführt wurde.
Herr Lehrer Huhnstock , in Effelder unterrichtend, ist der Verfasser und unter seiner Regie ist es dreimal in Effelder und zwei Mal in anderen Orten (Küllstedt und Dingelstädt) von den Darstellern, sämtlich Leute von Effelder, aufgeführt worden.
Die Sage des „Fraibchen von England“, das Verwüstung und Not in die eichsfeldischen Gauen trug, ist in dem Stück behandelt. Das geschah mit solcher dramatischer Lebendigkeit, mit solch einheitlich gestalteter Charakterführung, mit solch innigem, liebvollem Einschlag, dass das Stück, bescheiden ausgedrückt, weit überragt, was auf unseren Volksbühnen aufgeführt wird.
Ja wir dürfen behaupten, auch auf einer großen Theaterbühne würde das Stück mit Ehren bestehen. Ein echt eichsfeldisches Heimatstück ist geschaffen worden. Heimatduft durchweht das Ganze, Heimatklang durchklingt die Sprache, Heimatliebe entzündet Heimatliebe. Heimatglaube, katholischer Glaube, kommt glaubenswahr zur Erscheinung. Eine klare Aussprache, bis in kleinste, durchgearbeitete Mimik, die niemals aufdringlich wird, die so angemessen, so natürlich wirkt, dass man aufs Höchste erstaunt ist über die Schulung, besser gesagt Bildung der Spieler. Nur daher auch der durchschlagende Erfolg, trotz der beschränkten bühnentechnischen Mittel des Dorfes.
Wie mancher Zuschauer ging mit Vorurteilen zu den Aufführungen des Stückes und musste sich in derselben Tränen der Rührung aus den feuchten Augen wischen. Das Schauspiel ist ein romantisches Volksstück in fünf Aufzügen und bei J. Heinevetter in Dingelstädt im Druck und Verlag erschienen. Der Versuch, die alte Sage vom „Fraibchen von England“ für die Bühne wirksam werden zu machen, ist äußerst glücklich gelungen. Die Personen sind scharf gezeichnet und die Handlung stets seelisch begründet. Der Dialektbühne des Eichsfeldes und den Vereinen der Eichsfelder in der Fremde kann das Stück zur Aufführung nur aus Beste empfohlen werden.

(zusammengestellt von Vera Fischer)


qF%wl838& Wie in Effelder geheiratet wurde, früher und heute

Noch vor hundert Jahren wurde der oder die Partnerin für´s Leben hauptsächlich im unmittelbaren Umfeld gesucht.
Die Kirmestradition in Effelder, bei der die jungen Männer ab 16-17 Jahren und die Mädchen ab 15-16 Jahren mitmachen können, diente in den vergangenen Jahrhunderten auch mit zur Brautschau.
Jeder Kirmesbursche muss sich ein Kirmesmädchen suchen. Wurde ein Mädchen gefragt, welches noch keinen anderen Burschen hatte, so durfte man nicht "nein" sagen und später dann einem anderen ein "ja" geben. Mädchen die dies taten, wurden aus dem Saal getanzt und bekamen einen Korb an die Tür gehängt. Heute ist dies nicht mehr so.
Viele Ehepartner haben sich auf diese Weise näher kennen gelernt und später dann auch geheiratet. Das Heiratsalter lag um 1920 bei Ende zwanzig, man musste unabhängig eine Familie ernähren können. Da die jungen Leute zu Hause oft frühzeitig, oft mit 13 oder 14 Jahren für den Familienunterhalt mit sorgen mussten, war dies oft erst später möglich.
Von Katharina Sterner, geb. Gassmann (1913-2014), weiß ich, dass sie bereits mit 13 Jahren in der Zigarrenfabrik in Effelder gearbeitet hat. Als älteste von 3 Schwestern musste sie die Familie mit ernähren, der Vater war im ersten Weltkrieg gefallen und die Mutter hatte nicht wieder geheiratet. Das Heiratsalter um 1960 bis ca. 1992 senkte sich bis auf Angang 20. Viele Mädchen heirateten aber auch schon mit 18 und 19 Jahren.
Ein Grund dafür ist ganz sicher die zu DDR-Zeiten geführte Wohnungspolitik. Wollten die jungen Leute zu Hause ausziehen, bekamen sie erst eine eigene Wohnung, wenn sie verheiratet waren und die Chancen darauf erhöhten sich, wenn auch ein Kind unterwegs war.
Die meisten jungen Leute waren zu dieser Zeit mit 18 Jahren finanziell von zu Hause unabhängig, so dass sie ihre eigene kleine Familie gründen konnten. Dabei können die Ansprüche bei weiten nicht an denen von heute gemessen werden. Es war ganz normal jung Kinder zu bekommen, alles Weitere würde sich finden.

Vor 100 Jahren trugen die Frauen schwarze Kleider und einen weißen Schleier, die Männer einen schwarzen Anzug, Zylinder und weiße Handschuhe zu ihrer Hochzeit. Dies war Sitte bis etwa nach dem zweiten Weltkrieg. Gefeiert wurde 3 Tage lang, meistens bei der Frau zu Hause.
Geheiratet wurde fast immer im Winter. Die natürliche Kühlung sorgte für eine längere Haltbarkeit des Essens und der Kuchen. Außerdem wurde zwischen Oktober und März geschlachtet, so dass genügend Fleisch und Wurst für die Gäste zur Verfügung standen.
Der Schnaps für die Hochzeit wurde selbst gebrannt. Dass standesgemäß geheiratet wurde, darauf wurde auch unter den Dorfbewohnern geachtet. So sagt ein Sprichwort:
"Ihr habt Kühe und wir haben Ziegen,
deshalb können wir uns nicht lieben!"
Ganz wichtig war bei der Partnerwahl die katholische Religion. Aus oder in die Nachbarorte Struth, Küllstedt und Großbartloff wurde schon mal geheiratet. Ein Partner aus dem 7 km entfernten Eigenrieden, das hinter dem Landgraben und damit überwiegend protestantisch geprägt ist, kam nicht in Frage.
Diese Verhaltensweise lockerte sich deutlich erst mit der Wende ab den 1990-ern.

Eine besondere Tradition hatte in den früheren Jahren der 2. Hochzeitstag. So wurden die Hochzeitsgäste vom Brautpaar zu Hause abgeholt, man verkleidete sich und zog Musikinstrumenten durchs Dorf. Oft wurde dann schon auf der Straße oder dem Hof getanzt.
Von Heinrich Huschenbeth (89) erfuhr ich, dass sie mit ihren Gästen auf dem Sportplatz kleine Sportwettkämpfe veranstaltet haben.
Regelmäßig wurde so bis ca. 1960 gefeiert, vereinzelt auch noch bis Mitte 1970.

Ab den Siebzigern wurde meistens nur noch 2 Tage gefeiert und der Tag der Hochzeit war immer ein Freitag. Die standesamtliche Trauung und der Kirchliche Hochzeitstag lagen oft nur 1 oder 2 Tage auseinander und gefeiert wurde immer die kirchliche Trauung. Erst dann betrachtete sich das Ehepaar als wirklich verheiratet. Dazu wurden die Gäste zur Braut eingeladen und man zog gemeinsam in die Kirche zur Hochzeitsmesse, die früh´s gegen 10:00 Uhr war.
Anschließend wurde dann bei der Braut oder auch schon in der Gaststätte gefeiert. Es war allerdings genauso aufwendig in der Gaststätte zu feiern, wie zu Hause. Man hatte dann einfach nur mehr Platz.
Es musste alles gekocht und gebacken werden, die Gaststätte stellte lediglich den Raum und die Getränke zur Verfügung. Auch die Bedienung und die Helfer wurden durch die Familien des Brautpaares gestellt.
Nach dem Mittagessen ging das Brautpaar zu Freunden, Bekannten und auf die Nachbarschaft zum Zutrinken. Nachmittags nach dem Kaffee und Kuchen zog man mit der Hochzeitsgesellschaft durch das Dorf und machte einen Spaziergang.

Oft wurde dem Brautpaar aber auch Schabernack gespielt. So kam es öfters vor, dass die Braut entführt wurde und irgendwo im Dorf oder sogar Nachbardorf versteckt gehalten wurde. Der Bräutigam musste sie dann suchen gehen und wieder auslösen.
Dabei war er auf die Tipps der Brautentführer angewiesen, sonst hätte er sie wohl an diesem Tag nicht wieder gefunden.
Weiterhin wurde versucht, in das Schlafzimmer des Brautpaares einzudringen, um dort allen möglichen Unfug anzustellen. In weiser Voraussicht wurde der Schlüssel zu diesem vom Brautpaar versteckt gehalten. Trotzdem fanden sich immer wieder Wege, dort hineinzukommen.
Folgendes konnte einen erwarten, wenn man müde nach der Feier in sein Bett fallen wollte:
- Das Schlafzimmer war komplett abgebaut worden und irgendwo in der Scheune oder den Nebengebäuden versteckt.
- Im Bettkasten waren Hühner versteckt, die erst befreit werden mussten.
- Das ganze Zimmer war voll mit Luftballons. Wenn man diese zerplatzte, so lag dann überall der darin gefüllte Reis.
- Das ganze Haus war mit feuchten Wattebällchen geschmissen, so dass man tagelang brauchte, um diese wieder herunter zu bekommen, .... und vieles mehr.

(Zusammengestellt von Vera Fischer)




Aus "Lachbollchen" von Jakob us´n Schtennerhuse

Enne Galdfrejate (Eine Geldhochzeit)


En Freier kam von Ebberfald
Un suchte enne Frau met Gald.
Sin Plan da worr öhm a gelungen.
En tücht´ges Mahchen rich un höbsch,
Das worde bohle gefungen.

Un als a wedder heimarts gung,
Beglett das Mahchen öhn enn Schprung.
Sie mutten ebbern Graben,
In dam enn Tümpel Wasser schtunn
Met dickem Schlamm donaben.

Dar Freijer schmuste: Engel süß,
Daß du nitt drack´cht machst dinne Füß,
Well ich dich drebber hebe.
Verr Freide gobb es bi dar Bruut
En köstlich Harzgebebe.

Sachs Wochen hotten sie gefreit,
Do totts dam Manne allkreit leit,
Weil a ken Gald gekreggen,
An schtatt verschprochener Dinsekuh,
Nur enne "ohle Zeggen".

Die junge Frau öhm nüscht me gull.
A brummte öhr die Ohren vull.
Dach noh emm Suff un Kater,
Do gung a met sirr "Engelfrau"
Mol werr zum Schweegervater.

Dar Eidensohn verlangte Gald,
Süst mütte a nach in die Walt,
Un sich es do verdiene.
Sar Schweegervater machte dach
Zum Zahlen kenne Miene.

Do knallte a die Töre zu,
Luuf furt un gröhlte: ohle Kuh,
Du kannst jetzt hie gebliebe.
Do gaakte sinne junge Frau:
Das Gald worr sinne "Liebe".



Die Wasserversorgung

Der Plan war die zentrale Hauptwasserversorgung des Ortes Effelder. Dort stand auch das Spritzenhaus und später bis in das Jahr 1856 auch das Gemeindebrauhaus. Die Hausbesitzer hatten das Braurecht und konnten dort ihr Bier brauen. Davon mussten sie Abgaben an das Kloster Zella und auch an die Gemeinde zahlen.
Dies wurde weniger und hörte ganz auf, als die großen Stadtbrauereien entstanden und das Bier billiger und bequemer erstanden werden konnte.
Das Brauhaus wurde vom Pächter des Gemeindebackhauses, welches ebenfalls auf dem Plan neben dem Anger liegt, als Holzremise noch jahrelang benutzt bis es arg baufällig niedergelegt werden musste.
Auf der Mitte des Planes stand bis zum Bau der Wasserleitung 1911 ein sogenannter Schwengelborn, aus dem das Wasser mit großen Schwengeln, an dem ein Eimer befestigt war, herausgeschöpft wurde. Sein Wasser erhielt er aus einem Kanal, der aus einem Quellborn, dem Kellerborn, kam und sich ebenfalls auf dem Plan befindet.
Der Schwengelborn hatte den Zweck, eine größere Aufstauung des Wassers zu erreichen um es bei etwaigen Feuerbränden zur Hand zu haben. Auch wurde dieser als Viehtränke benutzt. Noch heute trägt die kleine Gasse, durch welche das Vieh zur Tränke geführt wurde, den Namen „Die Tränke“. Der Kellerborn ist ein etwa 10 Meter langer und 5 Meter breiter, überwölbter Brunnen und ist mit zwei Schöpftüren versehen. Seine Quelle liegt in dem anliegenden Hause, „Bornhüs“ genannt. Vom Born aus ging eine Wasserkanalleitung durch das Dorf und speiste den Schwengelborn, den Schweißborn, den Bendixborn und den Petriborn im Unterdorf. Der letztere war bis in die Mitte der 1950-iger Jahre noch vorhanden, die anderen wurden nach dem Bau der Wasserleitung mit Schutt zugefüllt und verschwanden.
Die Kanalleitung stammte aus der Ansiedlungszeit Effelders und dürfte weitaus älter sein als die Ersterwähnung des Ortes.
Eine andere Wasserleitung bestand im Oberdorf. Sie ging unweit der jetzigen Pfarrei liegenden Weberschen Besitzung (heute Koch), wo sich auch die Quelle befand, unter der Straße durch in das Lothsche Haus und von da aus zum gewölbten großen „Ahlschuhborn“. Sein Verlauf folgte von da an durch mehrere Häuser in den „Backsborn“ und ging dann in die Kellerbornleitung über. Das uralte Effelder war also mit einer vollständigen Wasserleitung versehen, und doch gab es Zeiten der Trockenheit so dass es in sehr heißen Sommern vorkam, dass kein Wasser im ganzen Dorfe war. Dann litten die Menschen und das Vieh bitteren Durst. Das Wasser musste aus dem Rottenbach und von den Neunbörner in Eimer- und Fässern herbeigeschafft werden. Es war eine mühsame Beschaffung für die Einwohner. Doch schlimmer als der Durst war in solchen Zeiten eine Feuersbrunst. Diese hausten dann ohne Widerstand und Effelder wurde vielfach davon heimgesucht. Diesem Übel wurde 1911 mit der Fertigstellung einer Genossenschaftswasserleitung entgegen gewirkt.

(zusammengestsellt von Vera Fischer aus den Unterlagen von Heinrich Huschenbeth)

Dazu eine kleine Geschichte aus dem Buch „Ein Päckchen Humor“ von Franz Huhnstock. Dieser war von 1911-1923 in Effelder als Lehrer tätig.

Des Guten zuviel
aus "Ein Päckchen Humor" von Franz Huhnstock
(Franz Huhnstock war 1911 Lehrer in Effelder) Teil 1

Es ist schon lange her, da sich das zugetragen hat, was hier erzählt werden soll, alles geschehen in der Nacht vom 6. zum 7. November des Jahres 1911.
Es wird dir vielleicht verwunderlich erscheinen, dass ich die ferne Begebenheit nach Tag und Stunde so fest eingeprägt und gut behalten habe, doch wenn du die Geschichte zu Ende gelesen hat, weißt du auch warum. Vorweg muss ich aber noch dieses vermerken: 1911 war ein rechtes "Sonnenjahr", in jeder Beziehung merkwürdig und absonderlich, herrlich, wie seit Menschengedenken keines vor ihm und nach ihm. Ewig blaute der Himmel, und die Sonne hatte immer freie Bahn. Doch allgemach wurde des Guten zuviel und der Segen kehrte sich am Ende ins Gegenteil. Die sengende Sonnenhitze erzeugte nämlich eine verderbliche Dürre und Trockenheit, wie die noch niemand erlebt hatte. Es kam zuletzt so, dass Quellen und Brunnen versiegten und bald herrschte vielerorts ein unvorstellbarer Wassermangel. Da war große Not im Lande. Doppelt und dreifach schwer war die zu ertragen von den Bewohnern der Berge.
Dort wurde es zuletzt so arg, dass man selbst für Geld und gute Worte kaum einen Trunk frischen Wassers auftreiben konnte. Ich habe die Drangsal dermalen zusammen mit den Bewohnern von Effelder oben auf der Eichsfelder Höhe durchstehen müssen und kann ein Liedchen davon singen. Es war schlimm. In jener Zeit haben wir alle Menschen beneidet, die in Tälern wohnen dürfen, wo die Quellen erklingen und die Bäche rauschen.
Alles wartete sehnsüchtig auf den Tag, dass endlich die eben fertiggestellte Wasserleitung in Betrieb genommen würde.
So, das musste ich zunächst berichten, denn in der schweren Wassernot und in dem unverhofften Ende derselben liegt der Schlüssel zu dieser Geschichte.
In der elenden Zeit also, als wir "da oben" buchstäblich auf dem Trockenen saßen, meldete sich bei mir eines Tages Besuch an.. Die Nachricht war für mich eine rechte Hiobsbotschaft. Das weibliche Wesen, dass sich da avisiert hatte, wollte nun auch noch gerade in der Nachmittagsstunde eintreffen, da man gemeindlich Kaffee überbrüht, und wenn von meiner Jungesellengastfreundschaft auch nicht sonderlich viel erhofft werden konnte, so erwartete man als Gegenleistung für den Besuch doch zumindest einen erträglichen Kaffee. Das schien aber in meiner Lage ein Ding der Unmöglich; ich hatte nämlich keinen Tropfen Wasser im Haus. Da machte ich mich drum wie ein Wünschelrutengänger auf die Suche und tastete die ganze Nachbarschaft nach Wasser ab. Aber die Leutchen hüteten alle das kostbare Nass, das sie etwa im Hause hatten, wie einen teuren Schatz, sie geizten mit dem Wasser wie Karawanentreiber in der Wüste.
Keine der Frauen, die ich da ansprach, war um Entschuldigungen und Vertröstungen verlegen; aber Mitleid und Erbarmen hatte niemand mit mir.
Die alte Therese barmte: "Ich ben orme wie de Witwe von Sarepta; ich ha ken´n Troppen Wasser im Huse; de kunnt´s mich gegläbe. Geht doch mol dreb´n bie Torjuntchen!" Ging ich dahin. Meinte das Weib: "De sücht wol im Hundestalle Bröt; ich ha ken Wasser - noch nitmol´s Süffchen fär de Zäg`n; horcht mol, wie das Tier bläkt! Geht doch mol dreb´n bie Schluppenchristin!" Nein, da ging ich nicht mehr hin; ich gab das Betteln auf. Als ich nun ganz enttäuscht und verärgert von meinem erfolglosen Bittgang heimzu schritt, traf ich vor der Schule einen starken Jungen. Dem hielt ich jetzt ein 50-Pfennigstück, damals eine recht achtbare Münze, unter die Augen und sagte; "Leopold, du kommst mir wie ein rettender Engel. Diese 50 Pfennig sind dein, wenn du mir unten aus dem Rottenbach eine Last Wasser herauf bringst. Du musst dich aber sputen; um 3 Uhr kommt Besuch, da muss der Kaffee fertig sein."
O ja, das würde er gut schaffen und eilte davon.
Die Zeit ging hin, ich wartete. Es wurde 3 Uhr - es wurde 4 Uhr, aber mein Leopold kam nicht und - o Glück! - mein Besuch blieb aus. Meine Aufregung ebbte schnell ab; aber die Not um Wasser blieb. Ich konnte ja doch nicht immer nur Bier trinken, und schließlich wollte man sich dann und wann einmal waschen. Da kam mir ein Erfolg verheißender Gedanke:
Im Dorfe war noch ein Brunnen, der hatte bis jetzt brav durchgehalten; die Quelle in ihm war zwar schwach geworden, aber sie gluckste noch immer. Wenn man sich in der Nacht an diesen Born heranmachte, war vielleicht kein Menschenandrang an ihm und er würde mir geben, soviel er abbringen konnte. Ja, das wollte ich versuchen. Ich freute mich des guten Einfalls, holte gleich den Wecker vom Sims und stellte ihn so ein, dass er mich um Mitternacht zur Wasserstelle treiben sollte. Dann trat ich mit meinen Gedanken und Sehnsüchten nach Wasser vor die Schultür.
Kam gerade der Hauptlehrer um die Ecke, ein unverwüstlicher Mann, immer voll Witz und Humor, dabei jederzeit den Schalk im Nacken. Dem klagte ich jetzt meine Not. Da war´s, als habe der fröhliche Mann eine Erleuchtung und er sprach: "Kleiner, dir kann geholfen werden. Pass auf! Ich bin heute gerade Strohwitwer, meine Alte ist fort. Wir machen ein Drink! Komm mit, du sollst keinen Durst mehr leiden!" Er hakte mich kameradschaftlich unter und zog mich mit in sein Haus. Da ließ er mich in seiner Putzstube ein Weilchen allein; ich machte es mir auf dem Sofa bequem und schon nach kurzer Zeit erschien er mit zwei dampfenden Biergläsern, die dufteten nach Grog. "So", sagte er, "heute soll´s mal gemütlich werden! Ich habe gleich Biergläser genommen, das ist praktischer." Der Schalk wollte offenbar mein Trinkfestigkeit erproben.
Tranken wir das erste Glas - das löste die Zunge, dann das zweite - das machte uns fröhlich, das dritte - das stieg zu Kopf. Das war des Guten zuviel; die Gedanken fingen an, wild durcheinander zu springen, nur einer blieb noch klar und der warnte: "Franz, es wird gefährlich! Schau, dass du heimkommst!" Und ich machte mich mit vorsichtigen Füßen und tastenden Händen davon, suchte und fand trotz der ägyptischen Finsternis meine Wohnung, warf mich da mit Stiefeln und Sporen ins Bett, schlief ein und wähnte mich im siebten Himmel.
Da war´s mir im Schlafe, als ob aus weiter Ferne jemand nach mir rufe. Ich versuchte mein untergegangenes Bewusstsein zurückzurufen; das gelang nämlich auch ein wenig und ich wusste. dass es der treue Wecker gewesen war, der sich dienstfertig gemeldet hatte. O dieser Wecker! Ein besserer war nirgends zu finden. Er lärmte nicht so brutal und herausfordernd wie die anderen von der "Rasselbande" das tun; nein, er war human und nahm Rücksicht auf den Schläfer. Er hatte darum auch keine Klingel, die so aufregend schrillt; er intonierte vielmehr, wenn seine Stunde gekommen war, auf seiner eingebauten Spieluhr leise, zart und sanft das Liedchen: "Still ruht der See, die Vögel schlafen, Ein Flüstern nur, man hört es kaum."
Als in der Nacht der Wecker mich so rücksichtsvoll ans Wasser holen erinnerte, war mein Wille aber so erschlafft, dass ich wie ein Baum im Bett liegen blieb und nur brummelte: "Nie und nimmermehr hole ich in finsterer Mitternacht Wasser, und sollte ich vor Durst auch verschmachten!" Ich schlief gleich wieder ein und hatte diesen wunderseligen Traum: Am Himmel zog eine leichte Wolke, die senkte sich jetzt zu mir herab, nahm mich in ihre
Da streckte ich die Arme zur Höhe und rief: "Wasser! Wasser!"
Und siehe da, der Wolkenhimmel erhörte mein Rufen. Schon fielen die ersten Tropfen platschend zur Erde und dann immer mehr und mehr. Bisher war es wie fernes Rauschen. Als die Wassertropfen auch mein Gesicht trafen, leckte ich begierig danach, denn ich war durstig. Plötzlich krachte, barst und klirrte es in meiner Nähe; etwas Schweres schien zur Erde herabgefallen zu sein. Da wachte ich auf.
Was war das? Wo war ich? Es war dunkel wie in der Kuh. Der Traum war aus Ich lag noch im Bett, das spürte ich. Aber es regnete doch immerfort - tatsächlich. Es klatschte nur so um mich her. Alles war so seltsam, unbegreiflich, verwunderlich und ich fragte mich, wie das alberne Katerlieschen im Märchen: "Bin ich´s oder bin ich´s nicht?
Ach ja, ich war´s noch und um mich her war auch Wirklichkeit. Da machte ich mich aus dem Bett, flüchtete aus dem unheimlichen Zimmer, kam in die Küche - stürzte da über etwas, was sich wie eine Sperre in den Weg gelegt hatte, suchte dann den Flur, hörte dort überall Wasser glucksen, watete durch lauter Pfützen, stieg endlich die Treppe hinan, klopfte mit gewaltigen Fäusten da oben beim Kollegen an die Tür und rief laut beschwörend: "Hilfe, Hilfe! Wir ersaufen!"
Der Notschrei war ans Ohr des Schläfers gedrungen und als er wiederholt wurde, sprang der aus dem Bett, entzündete eine Kerze, schlüpfte zur Küche, watete dann zum Wasserhahn, drehte ab, kam zu mir heran, stand da im Hemd, leuchtete mich an und sagte mit stoischer Ruhe: "Das Wasser ist da!" und fügte gleich erklärend hinzu: "Wer konnte das ahnen! Der Hahn stand auf, das Ventil war geschlossen, so ist´s gekommen" - "O", entrüstete ich mich da, "es ist aber noch mehr gekommen. Unten regnet´s, alles steht unter Wasser, die Decke ist heruntergekommen."
Da sprach der Mann im Hemd ganz naiv: "So? So? Ja, das ist des Guten Zuviel!" Ob der dummen Redensart ergrimmte ich gewaltig, schrie: "Sie haften für allen Schaden!" und war so erbost, dass ich den Stoiker am liebsten geohrfeigt hätte.
Und dieses ist das Ende der Geschichte: Mitten in der Nacht, beim Schein einer Talgkerze, mit Schrubber, Eimer und Scheuertüchern hantierend, feierte ich da auf meine Weise das so langersehnte Ereignis der Inbetriebnahme der Obereichsfelder Wasserleitung am 6. November des Jahres 1911. Eigentlich hatte ich mir das Fest anders vorgestellt.

Effelder war ursprünglich ein Platzdorf

In der Mitte des Dorfes Effelder befindet sich ein freier Platz, heute der Plan, um den sich 12 – 15 größere Bauernhöfe gruppierten. Durch Vererbung und Teilung wurden die Höfe immer kleiner, dass zu bewirtschaftende Land immer wieder geteilt. Heute gibt es in Effelder vorwiegend nur noch Kleinbauernwirtschaft und aus dem Platzdorf ist ein Haufendorf geworden.

Die größeren Häuser um den Plan herum heißen heute noch die Mainzer Häuser, an einigen ist das Mainzer Wappen angebracht. Unter diesen Häusern wird auch das, der Ritter von „Epheldra“ zu finden sein, die bis ins 13. Jahrhundert hinein in Effelder residierten. Sie scheinen bei Übergang des Dorfes Effelder in den Besitz des Kloster Zellas ausgewandert zu sein, denn vom Jahre 1280 an finden wir die Ritter nicht mehr in Effelder, sondern in Mühlhausen als Bürger.

Diese Ritter waren aus den Freien hervorgegangene Ritter, die sich selbst Pferde und Rüstung stellten und in Fehden dem höheren Adel dienten als Unterführer bei den angeworbenen Söldnern. Sie führten nur den Titel „von“ und nannten sich nach den Orten, wo sie wohnten.

Als erster dieses Geschlechtes erscheint 1250 Conradus de Effeldere, 1252 steht unter den Mühlhäuser Ratsleuten Conradus de Effeldere, 1252 auch unter den Mühlhäuser Ratsleuten Albertus de Effeldere. 1280 verkauft Graf Albert von Gleichenstein Effelder an Kloster Zella, wobei Hermanus de Effeldere Zeuge ist, 1285 wird er in Mühlhausen genannt.

1298 tritt Appelo de Effeldere, 1303 Appelus de Effeldere, 1304 Albertus de Effeldere, 1338 Hermanus de Effelder, 1345 Hermanus de Effeldere peccuratus in Erscheinung. Der letzere war Vorsteher des Brückenklosters in Mühlhausen. Weiter kann man nichts mehr über sie erfahren.

Bis zum Jahre 1280 war Effelder Pfarrdorf, von da an bis zum Jahre 1532 wurde es von Klostergeistlichen pastoralisiert. Die Äbtissin Jakobi erhob es zur eigenen Pfarrei und fügte ihm Struth als Filiale bei. Der Gemeinde Effelder wurde durch die Äbtissin Jakobi und dem Prior Jakob Henz zur Dotierung der neuen Pfarrstelle eine Hufe Land im sog. Pfaffschlag vom Klosterland übereignet, wogegen sich die Gemeinde Effelder zu dem sogenannten Sprengel Kopfkorn und Hafer verpflichtete, d. h. für jeden Kopf der Seelenzahl der erwachsenen Einwohner ein gewisses Quantum sowie auch der Ostereiersammlung für die Pfarrer und Küster aufzukommen.

Das sogenannte Kopfkorn wurde 1982 gesammelt, zuletzt unter Pfarrer Borkowski in Höhe von 1 Mark.

Die Dotation wurde durch viele Stiftungen der Effelderschen Einwohner vergrößert. Z. B. wurde in jener Zeit das jeden Donnerstag zu haltende Engelamt von einer Familie Walbraun gestiftet und die Abendbetstunde zur Mutter Gottes an den Sonnabenden. Der Pfarrer musste von da ab jedes Jahr einmal in den Häusern sprengeln (segnen). Diese Tradition gibt es noch heute.

Die vom Kloster gelieferte Monstranz, Kelche, hl. Ölgefäße und viele Paramente verblieben in der Gemeinde. Sie verpflichtete sich zur Unterhaltung der Kirche, die wiederum den Haus- und Gerechtigkeitsbesitzern eigene Kirchenstühle in Besitz gab. Der Turm, einschließlich der Uhr und der Glocken wurden vom Kloster und der Gemeinde gemeinschaftlich erhalten.

Es wird seit alters her angenommen, dass die Äbtissin Jakobi eine geborene Effelderin gewesen sei, ob aus der Familie Jakob oder Jakobi kann nicht festgestellt werden. Sie nannte sich in den Urkunden „Jakobin“, das „in“ ist in diesem Falle ein Zusatz des weiblichen Geschlechts, der in dieser Zeit üblich war.

Das Verhältnis mit Struth wurde jedoch bald wieder gelöst und der Ort von einem Klostergeistlichen bis 1810 versorgt.

Zur Geschichte Effelders

Beim Vordringen der Germanen in die eichsfeldischen Gefilde sind wohl zuerst die Flussniederungen und deren Seitentäler besiedelt worden. Darauf griff man in die Waldgebiete über und es ist bei dieser Gelegenheit auch Effelder gegründet worden. Man nimmt an, dass die Ansiedlung Effelder in das 5. Jahrhundert vor Christi Geburt verlegt werden kann wenn man davon ausgeht, dass die ersten Siedler solche Stellen wählten, die Wasserreichtum besaßen. Dies trifft auf Effelder zu. Der Wasserreichtum Effelders mag bei dessen Gründung wohl noch größer gewesen sein, da die oberhalb des Ortes liegenden Berge, die jetzt Ackerland sind, noch Waldungen waren.

Das Effelder früher „Ilrode“ geheißen haben soll, wie einige Geschichtsschreiber annehmen, ist ein Irrtum. Ein Ort Ilrode hat aber in der Nähe Effelders hin nach Süden gelegen. Der große Kirchberg, ein aus dem Rain hervorstehender Berg, teilt nämlich in Effelder in zwei Hälften. Die größere Hälfte, nördlich des großen Kirchberges, ist das ursprüngliche Dorf Effelder, die südliche kleinere Hälfte ein Überbleibsel des Dorfes Ilrode.

Das Dorf Effelder war ein typisches Platzdorf. Vom Plan aus gehen Straßen in alle Richtungen, dessen Anwohner erst nach und nach ansiedelten in dem Maße, wie sich die Seelenzahl im Ort vermehrte. Erst dies machte Effelder zu einem Haufendorf.

Auf dem kleinen Kirchberge, der neben dem großen liegt, wurde die Kirche errichtet und veranlasste die Neusiedler sich nach dieser Richtung hin anzubauen. Der südliche Teil des Dorfes liegt also isoliert von dem Hauptteil des Ortes. Man nennt diesen Teil „Vor dem Tore“. Hieraus ergibt sich, dass dieser im Frühalter nicht zu Effelder gehört haben kann. Dies ist umso mehr anzunehmen, als dieser Teil „Vor dem Tore“ eine ganz besondere Wasserversorgung hatte.
Es gab zwei gut gemauerte gewölbte Brunnen, wovon einer links nach Lengenfeld raus lag und der „Ilsche Born“ genannt wurde. Weiterhin gab es noch die Wasserquelle, den sog. „Sumpf“.
Das Dorf Ilrode soll im 12. Jahrhundert mit vielen anderen Dörfern der Umgebung der Burg Stein zerstört worden sein. Die Sage vom „Fräubchen von England“ erzählt, dass die Königin von England alle Dörfer die auf „-rode“ endeten gebrandschatzt hat, um die Ermordung ihres Gatten durch den Bischofsteiner zu rächen. Auch sie wurde Opfer des Bischofsteiners, der sie mit einer silbernen Kugel erschoss. Daraufhin zerstörten die Engländer die Burg Stein. Die Burgruine Stein kann man noch heute im angrenzenden Wald aufsuchen.
Es ist anzunehmen, dass die Bewohner in Effelder Unterschlupf fanden und später auch dort siedelten.
Großen Zuwachs mag Effelder auch aus dem wüsten Dorf Olyvenrode erhalten haben. Der Ort lag an der Erbsbornquelle und gehörte zum Amt Bischofstein. Die Einwohner hatten ihre meisten Ländereien auf dem Anhaltslande, Ulenstein, Sperlingsberge, Schampangne und den großen und kleinen Riethe, welche Fluren ebenfalls zum Bischofstein gehörten. Diese Fluren konnten von Effelder aus besser bewirtschaftet werden.
Im Amtsbuche des Schlosses Bischofstein vom Jahre 1856 findet sich folgendes verzeichnet: In Effelder, sonst dem Kloster Zella mit aller Nutzung und Untergerichtsbarkeit, dem Hause Gleichenstein aber mit der Hoheit zuständig, hat der Erzbischof auch etliche Mannschaft an Ländereien uffen Fahrenried und Ulenstein genannte (Sperlingsberge, Schampangne und die Riether werden damals den Gesamtnamen „Fahrenried“ gehabt haben) so zum Hause Bischofstein gehörig und ist darüber in Effelder ein eigener Schultheiß gesetzt, der die Leute zur Zahlung ihrer Zinsen, Dienst- und Lehnsgelder an das Haus Bischofstein anhalten muss.
Diese Leute in Effelder , 10 haben uffen Fahrenried, und eine größere Zahl gegen 40 uffen Ulenstein Land, müssen auch jährlich die Bischofsteiner Hochgerichte zu Großbartloff, oder wo sie sonst gehalten, besuchen.
Es ist anzunehmen, dass sich diese Bischofsteiner Untertanen meistens „Vor dem Tore“ und im „Hosenbein“ ansiedelten. Effelder war mit einer Mauer umgeben, die hinter dem Dorfe herum noch vorhanden ist. Darin waren Tore, die abgeschlossen werden konnten.
Ein kleiner Beweis dafür mag sein, dass „Vor dem Tore“ mehrere Familien mit dem Namen „Anhalt“ wohnten, die Eigentümer des Anhaltslandes waren, welches zum Ulenstein gehörte.

Im Jahre 1823, bei der allgemeinen Gemeindeheitsteilung sind das Anhaltsland, der Ulenstein, die Sperlingsberge, die Schampange und die großen und kleinen Riether in die Flur Effelder übergegangen. Die Gerichtsbarkeit der Ämter und Klöster an Preußen gefallen und die Besitzer der obigen Ländereien zu Vollbürgern Effelders geworden.

Die alte Sage, dass auf dem Triftkopfe die Kirche des Dorfes Ilrode gestanden habe, ist wie Untersuchungen festgestellt haben, eine Fabel. Ilrode war ein kleiner Ort, der kirchliche Filiale von Effelder war


Ein offener Brief des Schulzen Andreas Hartmann aus Effelder an die Gemeinde Strutt aus dem Jahre 1570

Ich, Hartmann Andreas, jetziger Schultheiß zu Effelder, thun Kundt und bekennen mit dieser Schrift vor männiglichen was Würden, Ehren und Standes die seindt, wie das es sich ungefehr vor den fünfzehn Jahren zugetragen, daß wir as eine Gemeinde zu Effelder haben mit denen von Bartloff gepfarret.
So haben wir auch solche Zeit nun eine Gemein zur Strudt ihnen ein eigene Pfarr aufgerichtet auch einen Parrherrn angenommen, der bei ihnen gewohnt als mit Namen Eranthonius Gotseliger1 und auf solche Zeyt vom Kloster Zella abgetreten. Und berürte Gemein von der Strudt sich also zu uns von Effelder befunden auch soviel durchbracht (durchgesetzt), dass wir beyde Dorff schaffen haben hishero zusammen gefarrt und es haben sich nemlich auf die Zeyt die von der Strudt mit uns verpflichtet und vereyniget was wir von Effelder unserem Pfarrherrn an Lohn würden jählich geben, solches wollten sie auch thun als nemlich 12 Malter Korn, 2 Malter Gersten und 2 MalterHaffern, ein Umgansbrodt und die vier Opferfeste und welcher angezeygte Lohn sie dem ogen angezeygten Hern Antoniussen derzu auch Er Nikolaus Wesken ohne alle einige Weygerung haben gegeben, und also ihrem Verheyßen, daß sie wegen uns Nutznüsser von Effelder gethan. Nachgelebt ausgenommen die weyl wir Er Valentin Etterwindt unseren jetzigen Pfarhern gehabt., haben sie ihm die Frucht nicht gegeben und derobhalben hat mich berürter unser jetziger Parher angelanget und mich also um diese Kundschaft mit Fleiß gebeten, ihm solche mitzutheylen, die weylmihrs und den von Effelder, zum Theyls wohlwissentlich; daß solchem also wir bemeldt, habe ich solche zu weygern nit getraut und ihm diese Schrift wissentlich behändigt.

Geschen und gegeben nach Jesu Christi unsers Erlösers gepurt funfzehnhundert und ziebzig Montag Pf. Johannes Baptistae. ²

Haec Praesens copia scripta est per me Matheum Helmsdorf publicum notarium et concordat cum suo orginali de verbo ad verbum quod manu meapropria attestor.

1) d. h. gottseliges Andenken, also bereits versorben
2) Da der Johannestag im Jahre 1570 auf einen Sonnabend fiel, war der Montag danach der 26. Juni.

Aufschrift: Die Pfar Strutt belangend anno 1570 „Effelder wegen der Pfarr“
Aus dieser Urkunde geht hervor:

1. dass in den Wirren jener Zeit Großbartloff und Effelder bis 1555 einen gemeinsamen Pfarrer hatten
2. dass sich die Einwohner von Struth und Effelder dem neuen lutherischen Glauben angeschlossen hatten
3. dass sich Struth aus dem Pfarrverhältnis zu Kloster Zella löste und einen lutherischen Pfarrer bestellte
4. dass sich Struth und Effelder verband, um den Unterhalt der beiden Pfarrer Antonius und Nikolaus Wesken leichter aufzubringen
5. dass beide in Struth wohnten
6. nach dem Tode von Antonius Pfarrer Valentin Etterwindt sich in Effelder niederließ
7. dass sich Struth weigerte, weiterhin mit Effelder für die beiden Pfarrer gemeinsam aufzukommen

Aus dieser Weigerung entstand die vorstehende Urkunde. Sie ist die älteste Urkunde im Struther Pfarrarchiv.


Der Haltepunkt Effelder
Erarbeitet von Hermann Josef Friske)


Unmittelbar hinter dem Tunnel befand sich bei Km 23,83 in 348,7 m über NN der Haltepunkt Effelder.
Er lag weit abseits vom Ort und war nur durch einen ca. 2 Km langen Waldweg sowie vom Luttergrund her durch einen teilweise mit Kalkstein-Pflaster befestigten
Weg, der unmittelbar am Straßentunnel nach Effelder zum Haltepunkt hin abbog, erreichbar. Am Haltepunkt gab es weder Wasser noch Strom, lediglich das Streckentelefon hielt die Verbindung zur Außenwelt aufrecht und eine trübe Petroleumlampe erhellte den Bahnsteig nur notdürftig. Die Station wurde am 1. Dez. 1905 eröffnet und war zunächst nicht mit Personal besetzt.

Für den Bau waren umfangreiche Planierungsarbeiten erforderlich, da das Gelände in dem ereich sehr unwegsam war. Seit dem 15. Okt. 1909 trug der Haltepunkt
die Zusatzbezeichnung „Eichsfeld“, um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Ort in der Nähe von Sonneberg auszuschließen. Als der Haltepunkt dann im Jahre 1910 auch eine Stückgut-Abfertigung erhielt, war er spätestens seit jenem Jahr, zumindest zeitweise, auch mit Personal besetzt.
Gegenüber dem Empfangsgebäude befand sich der XPosten 12, von dem inzwischen keine Spur mehr zu finden ist. Dieser war wohl seit Betriebsbeginn der
Strecke besetzt, wo noch nicht an einen Haltepunkt zu denken war. Der Haltepunkt Effelder im Jahre 1911 mit Heinrich Gassmann vor dem Stationsschild.

Am 27. Juni 1902, also mehr als 3 Jahre, bevor der Haltepunkt Effelder eröffnet wurde, fand durch die königliche Eisenbahn-Verwaltung eine Bereisung der Strecke statt. Sie hatte nur das eine Ziel, einen geeigneten Platz an der Strecke zu finden, um einen gemeinsamen Vollbahnhof mit einer Güterabfertigung und was sonst noch zu einem Bahnhof gehört, errichten zu können. Der Haltepunkt Großbartloff sollte danach zu Gunsten des gemeinsamen Bahnhofs wegfallen. Drei Möglichkeiten hätte es gegeben, von denen zwei aber aus folgenden Gründen ausschieden: Die Erste war nördlich vom Mühlenberg I beiKm 23,7, die an den zu hohen Baukosten und der Unwegsamkeit des Geländes nicht in Frage kam. Die zweite Möglichkeit bestand zwischen dem S Km 24 und dem Mühlenberg I, aber da die Bahn dort ein Gefälle von 1:90 aufweist und die Gemeinde Effelder einem etwa 1 km langen Zufahrtsweg von der Klostermühle her hätte bauen müssen, der einen Höhenunterschied von 30 Metern hätte überwinden müssen, schied auch diese Variante aus, die nur der Gemeinde Effelder Nutzen gebracht hätte. Blieb also nur noch die dritte Variante im Rottenbachtal zwischen Km 25 und 26. Von hier aus bestand ein Weg nach Effelder und auch Großbartloff wäre von hier aus leicht zu erreichen gewesen, zumal sich das Gelände in der Gemarkung Großbartloff befand. Lediglich die Wege hätten neu befestigt werden müssen. Die Bahn hatte sogar in Aussicht gestellt, die Hälfte der Baukosten vom Bahnhof zu übernehmen und für den Zufahrtsweg wäre eventuell noch die Gemeinde Struth mit ins Boot gekommen. Die Bahn hielt das Angebot für rund 25 Jahre bis ins Jahr 1927 aufrecht, aber durch die Starrköpfigkeit der Gemeinde Effelder, auf die keine größeren bzw. zusätzlichen Kosten entstanden wären, als diese ohnehin auf die Gemeinde Effelder zugekommen wären, falls das von Effelder geplante Ladegleis am heutigen Haltepunkt gebaut worden wäre. So hat die Sturheit der Gemeinde Effelder gesiegt und sie bekamen nun doch ihren eigenen Haltepunkt bei Km 23,83, wie wir ihn heute kennen und das ist der wahre Grund, warum die Großbartloffer die ganzen Jahre über Angst hatten, ihren Haltepunkt zu verlieren.

Im Jahre 1925, als noch Heinrich Gassmann seinen Dienst am Haltepunkt Effelder versah, wurde die Chaussee von Effelder aus entlang des Bartloffer
Stieges zum Haltepunkt Effelder gebaut. An die Stelle von Heinrich Gassmann, der übrigens aus Effelder stammte, trat im Jahre 1927 Eduard Sterner, der ebenfalls aus Effelder kam, seinen Dienst am Haltepunkt an. Ihm folgten Heinrich Thor sowie Karl Richardt nach, die auch aus Effelder stammten. Kaum bekannt sein dürfte, dass es vor dem 2. Weltkrieg bereits im Jahre 1937 zur Bildung einer Bahnschutz-Polizei kam, die bis 1945 bestand und an der Knonenbahn auch die Überwachung der Tunnel übernahm.




Das Gepäck wurde in den 50-er Jahren noch mit einem Kuhgespann zum Bahnhof gebracht bzw. von dort abgeholt. Auch der Läuteturm, der mit seinem Schlagwerk den nächsten Zug ankündigt, ist auf den Fotos noch zu sehen und scheint während der 50-er Jahre auch noch in Gebrauch gewesen zu sein.




Während der 60-er Jahre holte „Post-Wilhelm“ (Wilhelm Huschenbeth) für viele Jahre die Post für Effelder vom Haltepunkt ab. Er ist auf einer Aufnahme, die um 1968 entstand, gemeinsam mit zwei Eisenbahnern zu sehen.



In den 60-er Jahren kam noch einmal der Bau eines Güterbahnhofs im Rottenbachtal ins Gespräch, als durch die Firma Chlorodont aus Dresden der im Tuffsteinbruch Großbartloff gewonnene und zur Herstellung von Zahnpasta verwendete Rohstoff per Seilbahn ins Rottenbachtal geleitet werden und dort auf die Schiene verladen werden sollte. Auch dieses Projekt scheiterte schließlich ebenso wie das Erste, wenn auch wahrscheinlich im Zusammenhang mit der in Kürze bevorstehenden Schließung des Güterverkehrs zwischen Dingelstädt und Geismar.

In den 80-er Jahren war der Haltepunkt nur noch zeitweise besetzt und sollte eigentlich geschlossen werden, aber auf Drängen der Gemeinde Effelder wurde er seitdem zumindest über die Sommermonate hinweg geöffnet.Güterverkehr gab es auf der Strecke bekanntlich schon seit dem 1. September 1969 nicht mehr.

Da der Haltepunkt mit Braunkohle beheizt wurde, musste ein großes Kohlenlager vorgehalten werden, das im Kastenaufsatz eines alten Güterwaggons der Bauart „Hannover“ untergebracht war.

Es war am Mittwoch, der 21. November 1990, als Gebäude des Haltepunkts um 6 Uhr früh bereits lichterloh brannte. Obwohl die Feuerwehr schnell zur Stelle war und sofort von der Klostermühle her die Wasserversorgung aufbaute, war das Gebäude nicht mehr zu retten und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Obwohl die Züge noch fuhren und auch weiterhin Haltepunkt hielten, wurde die Fahrkartenausgabe Effelder bereits am 25. Februar 1991 endgültig geschlossen
und Fahrkarten seitdem nur noch direkt in den Zügen durch das Zugpersonal verkauft. Da der Haltepunkt nach dem Brand den Winter über sowieso geschlossen war, wurde der Haltepunkt mit diesem Tag stillgelegt. Der Unterstand, der nach dem Brand errichtet worden war, wurde bald nach der Streckenstilllegung am 31. Dezember 1992 wieder entfernt, ebenso das Stationsschild.

Zum Schluss noch eine Begebenheit im Zusammenhang mit dem Haltepunkt Effelder aus der Zeit um 1950, als auf dem Eichsfeld noch reichlich Platt gesprochen wurde:
Ein Vater war mit seiner noch jugendlichen Tochter auf dem Weg zum Haltepunkt Effelder. Dem vielen Gepäck nach zu urteilen, wollte die Tochter sich auf eine
weitere Reise begeben. Nachdem der Vater am Schalter die Fahrkarte erstanden hatte, begaben sich beide zum Bahnsteig, um auf den Zug zu warten.

Der Stationsbedienstete weilte bereits unter den Fahrgästen, um das erforderliche Abfahrtssignal für den Zug geben zu können. Da dieser noch nicht angekommen war, beobachtete er aus Langeweile den Vater, wie dieser gerade auf das Toilettenhäuschen zeigte und zu seiner Tochter auf Platt sagte:
„Hänn Lawis’chen, seich ehrt nach mo, noochten gets nit me!“ was auf gut Deutsch heißt: Hin Luischen, pinkel erst noch mal, nachher geht’s nicht mehr!



Einwohner auf der Türkensteuerliste der Gemeinde Effelder aus dem Jahre 1542

Zur Namensliste:
1. Steuern

Die gezahlten Türkensteuern geben Aufschluss über das Vermögen der Einwohner von Effelder im Jahre 1542.
Als steuerbares Vermögen galten auf dem Eichsfeld sämtliche Liegenschaften und das Vieh. Von den Besitzlosen wurde offenbar eine Kopfsteuer erhoben von 1 Groschen und 4 Pfennigen. Sonst wurde auf 100 Gulden des geschätzten Vermögens ein halber Gulden als Steuer erhoben.

2. Namensbedeutungen

Die Masse der Namen erklärt sich als Berufsherkunft und übernommenen Vornamen als Familiennamen.
Für einige Familiennamen ergibt sich folgende Deutung:
Fabricius – lateinische Form für Schmidt
Schoeckart – Scu, Scho, mittelhochdeutsch schuo = Schuhmacher,
Schuster Neels, Nails – Kuzform für Cornelius
Kunne, Künne – Kurzform für Kunigunde


(erarbeitet von Heinrich Huschenbeth)

Die Reichstürkenhilfe war eine Steuer, die für den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs auf dessen Bitten hin von den Reichsständen zur Abwehr der „Türkengefahr“ im Rahmen der Türkenkriege aufgebracht wurde. Zur Ermittlung und Erhebung der Sonderabgabe wurde die „Türkensteuerliste“ geschaffen, in der das Türkengeld eingetragen wurde. Erstmals erfolgte die Ausschreibung am 10. März 1481 und unterlag der Verwendung durch die Reichsstände, denn es sollte „nur mit Rat und Wissen derer, so von den Landen hierzu geordnet, ausgegeben und gebrauchet werden.“
Es war eine allgemeine Vermögens- und Kopfsteuer, welche zur Deckung der Kosten einer dem Kaiser Friedrich III. gegen die „ungläubigen Türken“ zu leistenden bewaffneten Hilfe erhoben wurde.
Die Aufstellung der nächsten Reichstürkenhilfe ging auf den Wormser Reichsmatrikel von 1521 zurück. Dieser Matrikel wurde zum bevorstehenden Romzug Kaiser Karl V. erstellt. Es kam auch zur Unterstützung des Reiches für Staaten, die außerhalb des Reiches lagen, jedoch durch ihre geographische Lage für das Reich eine Art „Pufferzone“ bedeuteten. Diese Pufferzone war die Militärgrenze. Dazu zählte u.a. das Königreich Ungarn und die italienischen Seerepubliken Venedig und Dalmatien. Dennoch gelang es den Türken, diese größtenteils nach der Ersten Wiener Türkenbelagerung zu besetzen. Seit der Niederlage der Türken vor Wien im Jahre 1683 in der Schlacht am Kahlenberg blieben diese zwar in Europa zunächst präsent, wurden im Laufe der folgenden beiden Jahrhunderte aber weitgehend verdrängt, unter anderem durch die russische Südexpansion. Bedeutung hat die Türkensteuer auch für Historiker und Chronisten, da die aufgestellten Steuerlisten in vielen Fällen den ersten Nachweis von Einwohnerzahlen für Gemeinden bilden.
(Quelle: Wikipedia)


Die Mühlen im Luttergrund feiern ebenfalls 800-jähriges Bestehen Am 29. März des Jahres 1215 stellte Papsst Innocenz III. dem Probst Gotzwin zu Friedensspring (Kloster Zella) einen Schutzbrief über den gesamten Grundbesitz, die Gerechtsamen und die Patronatsrechte aus.
Als Bestandteile werden in der Urkunde unter anderem für Effelder 40 Hufe Land (1200 Morgen)
2 Mühlen zu Luttera sowie das Patronatsrecht über die Kirche in Effelder genannt. Mit dieser Urkunde tritt das Kloster Zella sowie der Ort Effelder einschließlich der Ober- und der Untermühle in urkundlich geglaubigter Weise in die Geschichte ein.
Beide Mühlen waren Eigentum des Klosters in Zella. Ihre Entstehung ist etwa in die Mitte des 12. Jahrhunderts einzuordnen.

Die Obermühle (Luttermühle)

Aus finanziellen Gründen verkaufte der Probst Heinrich von Tastungen und die Priorin Kyne am 21.12.1363 die Obermühle für 18 Mühlhäuser Pfennig an Heinrich Schreck, jedoch mit dem Vorbehalt des Rückkaufrechtes.
Im Jahre 1603 war das Kloster wieder imstande von dem vertraglich vorgesehenen Rückkaufrechtes Gebrauch zu machen. Der Besitzer hatte die Mühle verlassen. Er war nicht mehr in der Lage, den fälligen Zins zu zahlen. Der Kurfürst Johann Christian Schweighart von Kronberg (1553-1625) gestattete den Rückkauf der Mühle an das Kloster. Bedingung war, dass das Kloster beim Wechsel der Äbtissinnen ein Lehngeld an das Amt Gleichenstein zu zahlen hatte. Auch wurde ein Erbzins vereinbart. Noch 1770 lieferte das Kloster an das Amt Gleichenstein jährlich 1 Huhn, 2 Hähne, 1 Schock Eier, 2 Taler 8 Groschen und 4,5 Pfennig Zins.
Am 5. Juni 1603 kaufte der Probst Heinrich Bödderer und die Äbtissin Christine Huck die Obermühle zurück.
Im Jahre 1615 entrichtete der nun neue Pächter an das Kloster jährlich 20 Taler in bar, 16 Malter Korn, 13 Groschen Pflugdienst, 3 Groschen für Handdienst, 8 Groschen und 3 Taler für Mühlenzins sowie 10% Lehnsgeld.
Am 13. Mai 1810 erfolgte die Auflösung des Klosters durch die westfälische Regierung. Ein Jahr danach, am 22. Mai 1811 kam es zum Verkauf des Klosters und der beiden Mühlen. Käufer waren Ludwig Wilhelm Lutteroth und Heinrich Wilhelm Röbling aus Mühlhausen. Danach ging die Luttermühle in den Besitz des Erbpächters Oberthür über.
1868 verkaufte Oberthür an Heinrich Herzberg. Seitdem ist sie im Besitz der Familie Herzberg.
Eine eingemeißelte Inschrift lässt erkennen, dass die Gebrüder Oberthür die Mauer der Mühle ausbessern ließen, Anno 12. September 1738. Über der Haustür ist eine lateinische Inschrift angebracht. Übersetzt lautet sie: „Gott gebe Heil und Frieden denen, die hier ein- und ausgehen.“ (UE. 1930)
Im Garten der Luttermühle entspringt eine der stärksten Einzelquellen des Eichsfeldes, die Lutter. Kaum 50 Meter von der Quelle entfernt hat sie vereint mit dem Neunbörnerwasser oder allein das große Mühlrad der Luttermühle über 800 Jahre angetrieben.

Die Untermühle (Klostermühle)

Etwa 600 Meter talabwärts liegt die Unter- oder Klostermühle. Nach alten Aufzeichnungen brachte sie dem Kloster jährlich 40 Taler Pacht. Sie wurde indirekt von einem Pächter verwaltet.
1719 wird ein Valentin Mock als Pächter benannt. 1811 verkauften die neuen Klostergutsbesitzer Lutterroth und Röbling die Klostermühle am 26. März an den Fabrikanten Johann Michel Voigt aus Mühlhausen. Nach umfangreichen Ausbauarbeiten und Aufbau des 2. Obergeschosses richtete er eine Spinnerei ein. Der wirtschaftliche Rückgang der Handweberei brachte auch ihm nicht den gewünschten Erfolg. Der Rückkauf ging an den alten Besitzer Lutteroth im Kloster Zella. Am 21. März 1857 verkaufte sie Lutteroth an den Müller und Landwirt Johann Georg Wilhelm Schwißhelm aus Effelder für 6000,00 Taler. Er richtete eine Walkmühle ein, verpachtete diese dann aber an Ignatz Faupel aus Küllstedt. Johann Georg Wilhelm Schweißhelm vererbte die Mühle an seinen Sohn Georg Schweißhelm. Seine Ehe war kinderlos. Er verkaufte die Mühle und eine halbe Hufe Land in der Effelder Flur am 7.3.1884 An die Familie und Mühlenbesitzer W. Köhmstedt und Frau Pauline geb. Rauschenberg.
Bis 1908, also 23 Jahre blieb sie im Besitz dieser Familie. Der nun neue Besitzer wurde Alois Pudens aus Großtöpfer. Der Mühlenbetrieb ging ein. Die Verwaltung der Gebäude wurde von einem Mieter aus Mühlhausen übernommen. A 27. März 1921 kaufte sie der Fabrikant Paul Reise aus Mühlhausen. Er ließ die gesamte Mühleneinrichtung überholen, setzte sie wieder in Betrieb und verkaufte sie wieder mit allem was dazu gehörte 1921 an den Müller W. Breede aus Lippoldesberg an der Werra. Die Besitzer wechselten nun ständig.
1929 war es ein Herr Knot, 1923 der Müller Struck, 1925 der Landwirt Wilhelm Köhler.
Ihn traf das Schicksal hart. In der Nacht vom 26. und 27. Januar brannte das uralte Gebäude der Mühle bis auf die Grundbauern nieder. Die abgebrannte Mühle mit dem dazugehörigen Land kaufte 1926 der Oberpostsekretär Georg Töpfer. Auf den alten Grundmauern ließ er ein Pensionshaus errichten, welches sich prächtig in die Landschaft einfügt. Zum Grundbesitz gehörten etwa 10 Morgen Wiesen und Ackerland. Westlich der Klostermühle liegen etwa 30 Morgen Klosterwiese sowie die ehemalige Pfarrwiese von Effelder. Sie waren die Grenzgrundstücke zwischen dem Amtsbezirken Gleichenstein und Bischofstein gegen die Flur Großbartloff, welche zu Bischofstein gehörte.
1945 wurde die Klosterwiese durch die Bodenreform enteignet und an Neubauern sowie landarme Bauern aufgeteilt und überschrieben. Die Pension und Gaststätte Klostermühle wurde vom Mövewerk Mühlhausen gekauft und als Betriebsferienlager ausgebaut. Der ehemalige Rat der Gemeinde Effelder gab zu dem Verkauf seine Zustimmung mit der Auflage an den Käufer, eine neue Zufahrt oberhalb der Klosterlühle für die Klosterwiese herzustellen. Somit entfiel das alte Recht der Durchfahrt über den Hof der Klostermühle.
Nicht weit von der Klostermühle entfernt aber außerhalb des Klosterarsenals lag die Wüstung Lutterhausen. (Vergl. OHB 90/7 S. 7)
Lutterhausen jedoch gehörte zur Burg Stein. Die von Volkenroda waren der Burg Stein lehenspflichtig.

(Quellen: Karl Duval „Das Eichsfeld“ S. 336, Archivmaterial der Gemeinde Effelder, L. Huke)
Diese Informationen wurden von Heinrich Huschenbeth zusammengestellt.

Der Name Effelder

Die Deutung der Ortsnamen im Eichsfeld ist oft einfach, manchmal aber auch eine schwierige Sache. Regionale Gegebenheiten wie Burg, Wald, Stein, Hag, Felde, Hausen, Rode, Kulle, Kirche, Holz, Tal, Warte, Teich, Wende – um einige zu nennen, sie sind als Gattungskomponenten erklärbar und überwiegend der jüngeren Siedlungsgeschichte zuzuordnen. Schwieriger wird es, wenn es Namen sind, dessen Ursprung aus dem keltischen, fränkischen oder thüringischem Sprachgebrauch kommen, oder wenn Stammnamen dieser Art als Bestimmungsglied im Wandel der Zeit ihren ursprünglichen Ausdruck verloren haben. Es besteht somit die Möglichkeit, dass sich mit der Veränderung des Sprachgebrauchs auch die Gattungskomponente des Ortsnamens änderte, was wiederum auf eine frühe Siedlungsgeschichte schließen lässt.
In frühgermanischer Zeit stand für Wasser das Wort = aha, im Keltischen bedeutet das Wortglied = affa = Wasser. Mit diesem keltischen Wortglied „Affa“ kommen wir noch heute nach der angewandten mundartlichen Bezeichnung „Affaller“ am Nächsten. Die zweite Hypothese, die der Mundart nicht entspricht (so Dr. Wolf in Geschichte des Eichsfeldes S. 33) weisst auf südliche Einflüsse hin, Affal – dar = Apfelbaum, tar =Baum. Die dritte Hypothese beruht auf der Annahme, dass die Grafen von Gleichen, einer angesehenen Adelsfamilie aus Mühlhausen, nämlich derer von Effeldera, das Lehnsrecht über den Ort für eine bestimmte Zeit überlassen haben, da diese mit Zustimmung des Landgrafen den Ort mit ihrem Namen bezeichnen durften.
In den Mühlhäuser Urkunden aus dem Jahre
1215 finden wir den Namen Effeldere.
1253 – Albert de Effeldere tritt als Zeuge auf.
1293 – Hermanus de Effeldere tritt als Zeuge auf.
In einem Mühlhäuser Manuskript „Geschlechter und Edelleute der Stadt Mühlhausen“, welche dem „Edlen Rath“ ausmachten und Ämter verwaltet haben, finden wir Namen wie Ernst von Küllstedt, Tiezel von Eigenrieden, Christian von Langula, um nur einige zu nennen. Es war also üblich, dass Edelleute mit den Namen von Orten benannt wurden oder umgekehrt. Ein eindeutiger Nachweis der Namensherkunft für Effelder lässt sich also nicht mehr erbringen.
(Erarbeitet von Heinrich Huschenbeth, Eichsfelder Heimathefte 1/81)

Ersterwähnung

In einer Urkunde von Papst Innozenz III. (1198-1216) wird das Dorf Effeldere im Jahre 1215 genannt. In diesem Schriftstück nimmt der Papst das Benediktinerinnenkloster Zella (Friedensspring) in seinen Schutz und bestätigt ihm Besitzungen und Rechte, u. a. auch in Effelder. Das Dorf gehörte zu dieser Zeit den Grafen von Gleichenstein.
Kloster Zella hatte 1215 in Effelder 40 Hufen, zwei Mühlen (Lutter- und Klostermühle) und die Kirche, d. h. das Patronatsrecht in Besitz. Das Kirchenpatronat währte bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1810.
(Quelle: "Geschichte des Eichsfelddorfes Effelder" von Ewald Kühler)

Auf Wiederverkauf

Graf Albert von Gleichenstein verkaufte im Jahr 1280 Effelder für 12 Mark Silber nebst allen Gerechtsamen, ausgenommen das Blutgericht, an das Kloster Zella. Da Effelder nach dieser Verpfändung vom Grafen von Gleichen nicht wieder eingelöst wurde, verblieb das Dorf im Besitz des Benediktinerinnenklosters, dem folglich auch die Untergerichtsbarkeit zustand.

Das Wappen

In der jetzigen Darstellung wurde das Wappen 1993 geschaffen. Als Vorlage diente ein Siegelmotiv von 1951, welches von Joachim Hellgrewe (1887-1956) gestaltet wurde. Die zentrale Wappenfigur, die Kirche Sankt Albanus, gilt als Wahrzeichen der Höhengemeinde Effelder und ist im Volksmund weithin als "Eichsfelder Dom" bekannt.
Das silberne Sechspeichenrad dokumentiert die jahrhundertelange Zugehörigkeit Effelders zum Erzbistum und Kurstaat Mainz. Der Apfel verweist auf den Ortsnamen Effelder, der sich etymologisch aus dem althochdeutschen "apaldar" (=Apfelbaum) herleiten lässt.