März 2015





Hartwig Christ

ist ebenfalls Mitglied des Ensembles quattrocelli, die am 30. und 31.05.2015 in Effelder zu Gast sein wird.


aus dem © Mannheimer Morgen, Mittwoch, 18.03.2015

Gerade mal sieben Jahre war er alt - und schon ein Preisträger. Aber noch so klein, dass ihn der ehemalige Oberbürgermeister Wilhelm Varnholt damals für das Pressefoto im "MM" in die Höhe heben musste. Als Hartwig Christ 1980 bei "Jugend musiziert" den 1. Preis gewann, ahnte wohl noch niemand, dass der gebürtige Lindenhöfer rund 30 Jahre später als Mitglied des Ensembles "Quattrocelli" um die Welt tourt und Tausende von Fans begeistert. Das Markenzeichen des Quartetts: Es untermalt die Songs mit überraschenden szenischen Einfällen.
Schließlich kommt er aus einem Elternhaus in dem nicht nur Mama und Papa Geige und Bratsche spielen. Alle drei Christ-Kinder werden Berufsmusiker, zusammen mit seinen beiden Schwestern gründet der Lessing-und Moll-Gymnasium-Schüler das "Christ-Trio". Im Wald toben, mit Freunden am Fluss rumstromern: "Natürlich ist es gerade als Junge nicht so einfach einzusehen, dass Celloüben auch wichtig ist." Doch seine Eltern verstehen es, die Liebe zur Musik wach zu halten: "Sie haben uns nie gestriezt. Zehn bis 20 Minuten am Tag üben, mehr mussten wir nicht." Und selbst wenn sich das Pensum im Studium ganz selbstverständlich auf bis zu sechs Stunden gesteigert hat - auch seine Söhne Yannick (8) und Cédric (5) musizieren - aber ohne Zwang.
Dann folgte das sogenannte Vorstudium an der Musikhochschule Mannheim in der Klasse von Professor Roland Kuntze, der damals auch Erster Solocellist im Nationaltheaterorchester war. Und das Studium bei dem Mannheimer Cellisten Rainer Pehrisch, "den ich lustigerweise vor 15 Jahren wieder in meinem jetzigen Orchester an der Staatsoper Hannover traf. Er war dort Solocellist. " Und Hartwig Christ einer von 100 Bewerbern, die sich dort um eine Stelle bemühten: "Und es hat geklappt." Alle Juroren, nicht nur sein ehemaliger Coach aus der Quadratestadt, stimmten für den Kurpfälzer.
Doch wirklich "musikalisch ausleben, was wir möchten", das können er und seine Kollegen Lukas Dreyer, Matthias Trück und Tim Ströble - neben ihren Orchester-Jobs - als smarte Cellisten des "Quattrocelli"-Ensembles. Auch schauspielerisch. Ihre Spezialität: selbstarrangierte Filmmusik, die sie mit witzigen Choreografien in Szene setzen. Leuchtende Laserstrahlen blitzen zu den Klängen von "Star Wars" im Rhythmus der echten Streichbögen wie Schwerter aus dem Dunkel hervor. Ein Cellokasten dient beim "Paten" als "Sarg". Ein Gag, der auch bei den rund 150 Konzerten der USA-Tournee zündete. .